Weiter gehts mit dem dritten Teil vom fiesen Administrator
Den Text habe ich im Internet gefunden und wurde uebersetzt von Florian Schiel
Mein Job ist so eine Hetze, dass ich kaum dazu komme, kurz mal ins Kino zu
fahren, bevor die Leute ihre Ausdrucke abholen kommen. Die Queue ist
sowieso viel zu voll, als dass ich alles rechtzeitig ausgedruckt (und
sortieren) koennte. Also kille ich alle die kleineren Jobs bis auf zwei und
die lassen sich im Nu sortieren. Nach dem Film (einer von diesen
Endlos-Bertoluccis, wo der Held nach drei Stunden endlich in grandiosen
Visionen zugrunde geht) komme ich zurueck, um die Ausdrucke auszugeben.
Etwa fuenfzig Leute warten draussen und ich habe zwei Ausdrucke. Stimmt
ziemlich gut mit meinem Durchschnitt ueberein. Andererseits haette ich mehr
killen sollen. Egal, ich lasse die beiden Ausdrucke elegant auf den Tisch
gleiten, drehe mich um und gehe betont langsam zurueck in meinen Glaskasten.
Dabei halte ich deutlich sichtbar das Clipboard in der Hand, das mit den
grossen roten Buchstaben 'ACCOUNTS TO REMOVE' auf der Rueckseite. Keiner sagt
ein Wort. Wie immer.
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Ich sitze wieder gemuetlich im Operator-Sessel und beobachte den
Ueberwachungs-Monitor, der zufaellig mit dem Videoplayer aus der
medizinischen Optik verbunden ist (zur Reparatur hier; geschaetzter Termin
der Ruecklieferung irgendwann in 2001). Ploetzlich klingelte das Telefon. Das
muss heute schon das zweite Mal sein und es beginnt, mir auf die Nerven zu
gehen.
"Ja?", sage ich und halte das Bild an.
"Ich hab' aus Versehen meinen Lebenslauf geloescht", sagt die Stimme
am anderen Ende.
"Tatsaechlich? Wie war Ihr Username?"
Er sagt es mir.
Sch.... wie langweilig. "Ah, nein. Nicht Sie haben ihn geloescht -
ich war's."
"Was?"
"Ich hab' ihn geloescht! Er war voll mit Sch...! In keinem einzigen Fach
was Besseres als 'ne zwei!"
"Haeh?"
"Und der Mist mit dem Austauschstudium - das war Ihre Freundin, und wir beide
wissen das!"
"Haeh??"
"Na, Ihre Studienangaben. Ich hab's nachgeprueft. Sie haben gelogen."
"Wie haben Sie ..."
Es klickt deutlich hoerbar.
"Oh, nein. SIE sind's! Der BASTARD OPERATOR FROM HELL!"
"Leibhaftig, am Telefon und in Ihrem Account. Es waere wirklich besser
gewesen nicht anzurufen, wissen Sie.
Vor allem haetten Sie Ihren Usernamen lieber fuer sich behalten sollen..."
[klickediklackediklick]
"Tja, und dann haetten Sie dem System Manager keine so boese Mail schicken
duerfen. Eine Mail, die ausdrueckt, was Sie von ihm halten - in huebschen
Bildern!"
"Ich habe keine ..."
[ klickediklackediklick klick ]
"So? Haben Sie nicht? Wer kann das noch sagen heutzutage? Keine Sorge, es
bald wird alles vorueber sein...."
[ klickediklackediklick klick ]
... noch den Usernamen zurueckaendern ...
[ klickediklackediklick ]
"B-b-b-b", blubbert er wie eine desynchronisierte PDP-11.
"Leben Sie wohl", sage ich ueberfreundlich. "Ich denke Sie sollten
jetzt besser packen. Viel Spass beim Neubeginn."
Ich lege auf. Zwei Sekunden spaeter laeutet das rote Telefon. Es ist der
Boss. Er knurrt den Usernamen - von wem wohl? - und etwas ueber eine
schweinische Mail. "Sie wissen, was Sie zu tun haben ..." mit den Punkten
und allem.
Spaeter, im Abrechnungscomputer der Staedtischen Elektrizitaetswerke,
waehrend ich die naechste Rechnung des armen Schweins um ein paar Nullen
korrigiere, wundere ich mich wieder einmal ueber diesen hartnaeckigen und
unglaublichen Mangel an Urteilsvermoegen - welche Bloedheit kosmischen
Ausmasses treibt sie immer wieder dazu, bei mir anzurufen. Noch spaeter,
als ich im FBI Computer sein Photo von der WWW Page in die Gesuchtenliste
kopiere (die mit dem Label 'Dringend gesucht, bewaffnet und gefaehrlich,
sofort schiessen') komme ich zu dem Schluss, dass ich es wohl niemals wissen
werde - aber das Leben geht weiter.
Ein paar Stunden spaeter sehe ich die GSG 9 sein Apartment umstellen und mir
wird klar: fuer ein paar von uns wird es das nicht. Aber morgen ist ein
neuer Tag.